» Flüchtlinge sammeln für Flüchtlinge
Zahlen, die erschrecken: Rund 66 Millionen Menschen sind im Jahr 2018 weltweit auf der Flucht, die Hälfte davon sind Kinder unter 18 Jahren! Das Menschenrecht Bildung bleibt diesen Kindern allzu oft verwehrt.

Grund genug für die ARS, den Weltflüchtlingstag am 20. Juni zu nutzen, um in der Schule mit Hilfe von Plakaten darauf hinzuweisen, dass so viele Menschen das Recht auf Bildung nicht oder nur unzureichend in Anspruch nehmen können. Zudem wurden in den Pausen selbst gebackener und gespendeter Kuchen sowie Heißgetränke verkauft. Die Schüler aus den Kursen, die selber als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, standen in dem Schulkiosk und übernahmen den Verkauf. Ein Mindestpreis war festgelegt aber jeder durfte natürlich mehr bezahlen. Nicht selten wurden für einen Muffin 10 Euro in die Kasse gelegt!

Das Geld, das bei dieser Aktion zusmmengekommen ist, geht an die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR).

„Das war eine spontane Aktion, die wir zum ersten Mal organisiert haben“, sagt Schulleiterin Christiane Beckmann-Veerkamp. „Wir wollten zuerst schauen, wie sie in unserer Schule angenommen wird. Unsere Schülerschaft besteht schließlich zu über 50 Prozent aus jungen Menschen mit Migrationshintergrund.“ Nicht ohne Stolz fügt sie hinzu: „Das Ergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen!“

Auch für die Helfer eine tolle Sache! „Wir haben selber viel Hilfe bekommen“ sagt mit viel Enthusiasmus Zakarya Mohammed (im Bild unten ganz links), der aus dem Irak kommt und seit einem halben Jahr die Abendrealschule Rheine besucht. „Jetzt können wir mit unserer Geldspende denen helfen, die in unserer Heimat geblieben sind und Angst um ihr Leben haben“. „Im nächsten Jahr können wir auch in der Schulküche andere leckere Gerichte vorbereiten und vielleicht ein paar Tage länger den Verkauf machen“, schlägt Robar Mohammad (2. von links) vor, der 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen ist und genauso wie sein Klassenkamerad bald seinen ersten deutschen Schulabschluss erwerben wird.



Der Aufruf kam vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW mit dem Ziel, das Thema Flucht für alle Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen. „Die Aktion heute war ein kleiner Anfang und ich würde sie im nächsten Jahr gerne erweitern!“ sagt Initiatorin Weronika Anger. „Überlegenswert ist ein Projekttag, an dem neben dem Kuchenverkauf auch spezieller Unterricht mit Diskussionen und Referaten zu diesem Thema stattfinden könnte. Man muss nur die eigenen Ressourcen nutzen und die Schüler miteinander ins Gespräch bringen: diejenigen, die hier geboren wurden und darüber glücklich sein sollten, im Frieden aufwachsen zu können und diejenigen, die die Grausamkeit von Krieg und Flucht am eigenen Leib erlebt haben, jetzt aber glücklich sind, an der Abendrealschule Rheine sein zu dürfen und einen deutschen Schulabschluss erwerben zu können.“

Eine gelungene Aktion, die Spaß gemacht und Menschen verschiedener Länder nähergebracht hat. Und nebenbei ist auch noch ein schönes Sümmchen für die UNO-Flüchtlingshilfe zusammengekommen!

Fotos auf dieser Seite: Weronika Anger